Wie viel Strom sparen LED-Lampen?

LED-Lampen zählen zu den effizientesten Lichtquellen. Sie benötigen deutlich weniger Energie als herkömmliche Glühbirnen und erreichen gleichzeitig eine wesentlich längere Lebensdauer.
Aktualisiert am: 20.05.20264 Min. Lesezeit
Eine Person steuert über ein Tablet Smart-Home-Geräte in einem modernen, gut beleuchteten Wohnzimmer.

Schalten Sie immer das Licht aus, wenn Sie einen Raum verlassen?

Das Wichtigste in Kürze

  • LED-Lampen verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen.
  • Bei vergleichbarer Helligkeit benötigt eine LED-Lampe meist nur einen Bruchteil der Leistung einer Glühbirne.
  • Durch die längere Lebensdauer müssen LED-Lampen deutlich seltener ausgetauscht werden.
  • Auch in Straßenbeleuchtung, Industrieanlagen und Sportstätten lassen sich hohe Energieeinsparungen erzielen.
  • Beim Kauf sind Helligkeit (Lumen), Lichtfarbe und Energieeffizienz wichtige Auswahlkriterien.

LED-Lampen vs. Glühbirnen: Was spart am meisten?

LeuchtmittelLeistung bei ähnlicher HelligkeitLebensdauer
Glühbirne75 Wattca. 1.000 Stunden
Halogenlampe50 Wattca. 2.000 Stunden
Energiesparlampe15 Wattca. 8.000 Stunden
LED-Lampe9 Wattbis zu 25.000 Stunden

LEDs haben viele Vorteile: Sie verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Energie als herkömmliche Glühlampen. Für die gleiche Helligkeit benötigen sie deutlich weniger elektrische Leistung. Gleichzeitig ist ihre Lebensdauer um ein Vielfaches höher. Trotz höherer Anschaffungskosten macht sich der Umstieg daher oft schon nach kurzer Zeit bezahlt.

Wie groß die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt vom individuellen Strompreis und der Nutzungsdauer ab. Grundsätzlich gilt: Je häufiger eine Lampe verwendet wird, desto stärker wirkt sich der geringere Stromverbrauch von LED-Lampen aus.

Außerdem werden LEDs nicht so heiß wie Glühlampen. Sie sind auch besonders stoß- und vibrationsfest und haben eine hohe Farbsättigung und eine gute Farbwiedergabe. Sie ermöglichen ein zielgerichtetes, nahezu punktförmiges Licht, also eine fast verlustfreie Lichtlenkung. LEDs geben sofort flackerfreies Licht und sind stufenlos dimmbar.

Worauf sollte man beim Kauf von LED-Lampen achten?

Nicht jede LED-Lampe ist gleich. Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf Helligkeit, Lichtfarbe und Energieeffizienz.

  1. Helligkeit in Lumen statt Watt

    Während früher die Wattzahl Auskunft über die Helligkeit einer Lampe gab, ist heute der Lumen-Wert entscheidend. Eine klassische 60-Watt-Glühbirne entspricht etwa 800 Lumen.

  2. Die passende Lichtfarbe wählen

    Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben. Warmweißes Licht eignet sich gut für Wohnräume, während neutralweißes oder tageslichtweißes Licht häufig in Arbeitsbereichen eingesetzt wird.

  3. Energieeffizienz beachten

    Zusätzliche Orientierung bietet das Energielabel. Es zeigt, wie effizient eine Lichtquelle arbeitet und erleichtert die Auswahl besonders stromsparender Modelle.

    Energieeffizienzklassen – Energielabels A bis G im Überblick

Einsparung durch LED in verschiedenen Bereichen: Drei Beispiele aus der Praxis

Leuchtmittel im Vergleich: Glühbirne, Halogen-Lampe, Energiesparlampe, LED-Lampe

Die Umrüstung auf LED-Technik senkt nicht nur den Stromverbrauch und dadurch Kosten. Sie macht auch die Wartung der Leuchten einfacher. Das gilt für zahlreiche Einsatzbereiche. Drei Beispiele aus der Praxis zeigen das Einsparpotenzial:

Umrüstung von Straßenleuchten auf LED

Im Rahmen eines Lichtservicevertrags mit Wien Energie hat die Gemeinde Breitenfurt voriges Jahr ordentlich umgerüstet. In der Gemeinde wurden 790 technische Straßenleuchten durch LED ausgetauscht. Die Leuchten sind mit einer automatischen Nachtabsenkung von 50 Prozent programmiert. Insgesamt spart die Gemeinde durch die Umrüstung 199.000 kWh Strom pro Jahr und 39,5 Tonnen CO₂.

Parallel zur Straßenbeleuchtung stellte Breitenfurt auch die Beleuchtung der Volksschule und der Mehrzweckhalle um. In diesen Gebäuden wurden rund 290 Beleuchtungskörper ausgetauscht, was einer Gesamteinsparung von rund 62 Prozent entspricht.

LED-Leuchten in der Industrie

Auch bei großen Betrieben lässt sich eine ähnlich hohe Einsparung erzielen. Wien Energie hat vor ein paar Jahren die Werkshalle von Battenfeld-Cincinnati auf LED-Leuchten umgerüstet. Die Werkshalle des Metallverarbeiters ist 14.000 Quadratmeter groß und ein Drittel der Energiekosten gingen für Beleuchtung drauf.

Das Unternehmen spart nun 80 Prozent seiner Kosten für Licht ein. Doch auch die Instandhaltung der neuen Lampen ist wesentlich einfacher geworden.

Weil LED-Leuchten eine längere Lebensdauer haben, müssen sie nicht so oft getauscht werden. Und das spart dem Hausmeister jede Menge Arbeit. Gerade in Werkshallen hängen die Lampen nämlich oft in großer Höhe. Bei Battenfeld-Cincinnati befinden sich 400 Lampen in 14 Metern Höhe.

LED-Leuchten in der Sporthalle

Doch auch bei anderen Gebäuden rechnet sich eine LED-Umstellung. Die Wiener Sportunion hat ihre Sporthalle in Hietzing 2018 modernisiert und die bestehenden Quarzdampflampen ausgetauscht. Dadurch konnten 73 Prozent der Energie eingespart werden - und die Beleuchtungsstärke um das 2,5-Fache gesteigert werden.

LED-Beleuchtung zu Hause

Smart Home Lampe wird über Handyapp gedimmt

Auch im Haushalt kann sich die Umstellung auf LED-Lampen rasch bemerkbar machen. Besonders in häufig genutzten Räumen lassen sich Stromkosten senken. Wer zusätzlich auf intelligente Lichtsteuerung setzt, kann die Beleuchtung noch gezielter nutzen. Weiterführende Informationen bieten unsere Beiträge zur Beleuchtung im Wohnbereich und zu Smart-Home-Lösungen.

Tipps, um noch mehr Energie zu sparen

Die Beleuchtung macht ca. 10% der Stromkosten im Haushalt aus. Es lohnt sich also, in diesem Bereich Energie zu sparen. Das geht nicht nur mit der Wahl der richtigen Lampe.

  1. Licht ausschalten

    Der einfachste Weg, Strom zu sparen: Licht nur dann einschalten, wenn es tatsächlich benötigt wird. Bereits wenige Minuten pro Tag können über das Jahr hinweg einen spürbaren Unterschied beim Stromverbrauch machen.

  2. Gezielt beleuchten

    Nicht immer muss der gesamte Raum ausgeleuchtet werden. Oft reicht es, einzelne Bereiche gezielt zu beleuchten, etwa den Esstisch, die Leseecke oder den Arbeitsplatz. So wird nur dort Energie eingesetzt, wo Licht tatsächlich gebraucht wird.

  3. Tageslicht nutzen

    Arbeits- und Aufenthaltsbereiche möglichst in Fensternähe zu platzieren, kann den Bedarf an künstlicher Beleuchtung reduzieren. Vor allem tagsüber lässt sich so Strom sparen, ohne auf ausreichend Helligkeit verzichten zu müssen.

  4. Bewegungsmelder einsetzen

    In Keller-, Abstell- oder Nebenräumen bleibt Licht häufig länger eingeschaltet als nötig. Bewegungsmelder sorgen dafür, dass die Beleuchtung automatisch ein- und ausgeschaltet wird und helfen so, unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden.

Fazit

LED-Lampen zählen zu den energieeffizientesten Lichtquellen. Sie benötigen deutlich weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen, haben eine lange Lebensdauer und können die Stromkosten spürbar senken. Die Praxisbeispiele zeigen zudem, dass sich die Umstellung sowohl im Haushalt als auch in Gemeinden, Sportstätten und Unternehmen lohnt. Weitere Tipps zum Energiesparen bei der Beleuchtung finden sich im Blogbeitrag "Noch mehr Tipps, um bei der Beleuchtung Energie zu sparen".

Häufige Fragen zu LED Lampen