Fernwärme Wien: Preisentwicklung, Hintergründe & Rabatte

Wien Energie setzt wirksame Maßnahmen, um Fernwärmekund*innen zu unterstützen.
Aktualisiert am: 12.10.20265 Min. Lesezeit
Taschenrechner und Kugelschreiben liegen auf der Rechnung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Beschaffungskosten für Fernwärme sind gestiegen: Seit dem Irankrieg liegen die Gaspreise in Europa deutlich über dem Vorjahresniveau.
  • Für eine Musterwohnung (73 m², 6.000 kWh Verbrauch) bedeutet das Mehrkosten von rund 4,60 Euro pro Monat gegenüber der vergangenen Heizsaison.
  • Wien Energie gewährt trotz massiv gestiegener Gaspreise weiterhin Rabatte? Für Kund*innen im Preisbescheid gilt ein Rabatt von 30 % auf den Arbeitspreis.
  • Die Teilbeträge werden auf zehn statt bisher sechs Vorschreibungen pro Jahr umgestellt und damit gleichmäßiger über das Jahr verteilt.
  • Wien Energie arbeitet daran, die Fernwärme schrittweise unabhängiger von fossilem Erdgas zu machen und setzt dabei auf erneuerbare Wärmequellen wie Geothermie, Großwärmepumpen und Abwärme.

Preisentwicklung

Wien Energie hat ihre Kund*innen seit der Energiekrise 2022 mit verschiedenen Entlastungsmaßnahmen unterstützt. Der schrittweise Rückgang der Großhandelspreise seitdem wurde auch an die Fernwärme-Kund*innen weitergegeben. Während bei Kund*innen mit indexierten Fernwärme-Tarifen die Marktentwicklungen laufend ankommen, haben wir bei Kund*innen im Preisbescheid die Kosten mit Rabatten gesenkt.

Auch in der Heizsaison 2026/2027 unterstützen wir unsere Kund*innen mit Rabatten, allerdings in reduzierter Höhe. Seit Beginn des Irankriegs Anfang 2026 sind die Gaspreise in Europa deutlich gestiegen. Der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) lag bis August 2026 rund 40 Prozent über dem Vorjahreswert. Das wirkt sich auch auf die Wiener Fernwärme aus.

Grund dafür ist ein Anstieg bei den Beschaffungskosten. Trotz gestiegener Gaspreise (+40% im Vergleich zum Vorjahr) halten wir am Rabatt für Kund*innen mit Preisbescheid fest. Es gilt ein Rabatt von 30 % auf den im Preisbescheid festgelegten Arbeitspreis.

Für einen durchschnittlichen Wiener Haushalt (73 m², 6.000 Kilowattstunden Verbrauch) bedeutet das Mehrkosten von rund 4,60 Euro pro Monat – etwa 6 % mehr als in der vorigen Heizsaison. Die tatsächlichen Kosten hängen vom individuellen Verbrauch ab.

Trotz der Reduktion der Rabatte liegt der Fernwärme-Preisbescheid weiterhin unter den günstigsten Tarifen in ganz Österreich. Im Vergleich der Gesamtkosten ist er zudem günstiger als eine mit Gas beheizte Wohnung. Dort kommen zu den Brennstoffkosten auch Ausgaben für Thermenwartung und Betrieb hinzu, die bei Fernwärme entfallen.

In den nächsten Wochen erhalten unsere Fernwärme-Kund*innen ihre Jahresabrechnungen. Bei den neuen Teilbeträgen ist die Reduktion des Rabatts bereits berücksichtigt. Für die Rabatte nimmt Wien Energie in der kommenden Heizperiode rund 70 Millionen Euro in die Hand. Insgesamt haben wir seit 2022 Entlastungspakete über mehr als 770 Millionen Euro geschnürt. Hier gibt es mehr Informationen zur Energiekosten-Unterstützung bei Wien Energie.

Neu: 10 statt 6 Teilbetragsvorschreibungen pro Jahr

Mit der Heizsaison 2026/2027 stellen wir die Wärme-Teilbeträge auf ein neues, übersichtlicheres Modell um. Künftig werden zehn Teilbeträge pro Abrechnungsperiode vorgeschrieben statt wie bisher sechs. Dadurch verteilen sich die Kosten besser auf kleinere, gut planbare Beträge.

Die Umstellung erfolgt automatisch, unsere Kund*innen wurden darüber per Schreiben informiert. Ab Mitte Oktober werden die Jahresabrechnungen für die vergangene Heizperiode (2025/2026) versendet. Mit der Jahresabrechnung erhalten Kund*innen auch die Vorschreibung der neuen Teilbeträge.

Warum verändern sich die Preise für Fernwärme?

Auch wenn wir seit 2025 kein russisches Erdgas mehr beziehen: Die internationale Lage hat sich in den letzten Jahren stark auf die Energiepreise ausgewirkt. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine oder auch der Nahostkonflikt haben immer wieder zu Lieferengpässen und Unsicherheiten geführt und damit zu starken Preisschwankungen am internationalen Erdgasmarkt.

Zuletzt sorgte der Irankrieg Anfang 2026 erneut für deutliche Preissteigerungen am europäischen Gasmarkt. Da die Fernwärme derzeit noch zu gut der Hälfte mit Gas erzeugt wird, wirken sich diese Entwicklungen auch auf die Kosten der Wärmeerzeugung aus.

Wien Energie verfolgt einen klaren Plan, um die Fernwärme Schritt für Schritt von fossilem Gas unabhängig zu machen. Dafür werden erneuerbare Wärmequellen und regionale Ressourcen weiter ausgebaut. Dazu gehören etwa Tiefengeothermie, Großwärmepumpen und die Nutzung von Abwärme.

Wie setzt sich der Preis für Fernwärme zusammen?

Die Gesamtkosten für Fernwärme setzen sich aus dem Grundpreis und dem Arbeitspreis zusammen. Mehr als die Hälfte der mit Fernwärme versorgten Haushalte unterliegen dem amtlichen Preisbescheid gemäß dem Preisgesetz von 1992. Neben Tarifen, die dem Preisbescheid unterliegen, gibt es auch indexierte Tarife. Im Unterschied zum Preisbescheid wird bei den indexierten Tarifen der Grundpreis nach benötigter Leistung des Gebäudes verrechnet und nicht nach Quadratmetern. Hier gibt’s mehr Infos zu den Fernwärme-Tarifen.

So findet man raus, welchen Tarif man hat

Auf Seite 2 der Wien Energie-Rechnung findet sich (ab der Jahresabrechnung 2022/2023) die Info, ob die Rechnung dem „amtlichen Preisbescheid“ oder einem „indexierten Vertragsmodell“ unterliegt. Auf Seite 3 der Jahresabrechnung werden in einer Tabelle die geltenden Preise aufgelistet.

Für alle, die es bis ins letzte Detail wissen wollen, haben wir auch eine Beispielrechnung. Da werden alle Details der Fernwärmerechnung genau erklärt.

Fragen zur Rechnung

In diesem Blogbeitrag haben wir die wichtigsten Infos zur Fernwärme-Jahresabrechnung gesammelt. Dort erklären wir, wie die Rechnung grob aufgebaut ist und was in welchem Abschnitt zu finden ist. Kurz und knapp steht da, was die Fernwärmeabrechnung beinhaltet und wie die Kosten berechnet werden.

Den Wärmerabatt findet man auf der Detailansicht bei den Gesamtkosten.

Fazit

Die Fernwärmepreise in Wien bleiben weiterhin von den Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten beeinflusst. Trotz gestiegener Gas-, Personal- und Baukosten gewährt Wien Energie n auch in der Heizsaison 2026/2027 einen Rabatt und hält die Kostensteigerungen moderat. Gleichzeitig sorgt die Umstellung auf zehn Teilbetragsvorschreibungen für  eine bessere Planbarkeit im Alltag.

Für Wien bleibt der Ausbau erneuerbarer Wärmequellen ein zentraler Zukunftsschritt. Je unabhängiger die Fernwärme von fossilem Gas wird, desto stabiler und nachhaltiger kann die Wärmeversorgung langfristig gestaltet werden.

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